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Beweggründe



Identität - Die Würde des Menschen

- Löscht man die Geschichte eines Volkes, wird es versklavt.
- Verbietet man die Muttersprache eines Volkes, verarmt es geistig und kulturell.
- Nimmt man jedoch einem Volk die Nahrung, schickt man es in den Tod.

Als Kind war mir nicht bewusst, dass auch wir eine eigene Sprache haben. Man hatte uns beigebracht, unsere Sprache nur wie einen Dialekt zu benutzen.
Im Jahr 1977 fiel mir durch Zufall das von Koffi J. Adzomada herausgegebene Wörterbuch meiner Muttersprache in die Hände. Mir war bis dahin nicht bewusst, dass es so etwas gab. Denn unsere Muttersprache existierte offiziell nicht, und sie war weder geschützt noch wurde sie gelehrt. Man hat uns immer glauben lassen, die französische Sprache oder die Sprache der Kolonialherren sei ein unvergleichliches Instrument der Kultur und der Zivilisation und die Unsere sei nur ein Dialekt, anders ausgedrückt, die Sprache der weniger Zivilisierten.

1848, also schon vor 161 Jahren, hat der Deutsche Missionar Lorenz Wolf die Grundzüge der alten afrikanischen Sprache „Ewe“ in einem Lehrbuch dokumentiert.
Bis 1960, während der Zeit der Kolonialbesetzung, wurde diese afrikanische Sprache verpönt. Die Kolonialmächte bezeichneten „Ewe“ als die Sprache der Ureinwohner und es wurde in den Schulen nur noch die französische Sprache unterrichtet. Erst seit 1975 ist es in den afrikanischen Schulen von Togo wieder erlaubt, in der Muttersprache „Ewe“ zu unterrichten. Doch stellt man heute der Bevölkerung Togos eine Frage in ihrer eigenen Sprache, erhält man die Antwort auf Französisch.

*Wenn ich bei meinen Besuchen in unserem Projekt die Kinder und Jugendlichen zunächst in französischer, dann in afrikanischer und abschließend noch in deutscher Sprache begrüße, antworten alle Kinder auf Französisch. Keines der Kinder antwortet in der eigenen Muttersprache, obwohl alle diese Sprache beherrschen. Ähnliches geschah in einer Bank in Togo. Ich sprach den Bankmitarbeiter auf Ewe an, er antwortete in französischer Sprache. Auf meine zweite Frage, die ich wiederum auf Ewe stellte, antwortete er erneut auf Französisch. Daraufhin sprach ich ihn an, dass wir auch uns in deutscher Sprache unterhalten könnten, doch da antwortete er lieber auf Ewe.

Es scheint nicht opportun zu sein, die eigene Muttersprache zu sprechen. Den Hintergrund für dieses Verhalten sehe ich in der früher vermittelten Meinung, dass es zivilisierter und intelligenter sei, spräche man in der französischen Sprache. Viele Togoer antworten aus diesem Grunde nicht mehr in ihrer eigenen Sprache. Die älteren Togoer hingegen sind oft der französischen Sprache nicht mächtig. Sie können an öffentlichen Entscheidungen oder Diskussionen nicht teilnehmen, da viele junge Leute nicht in der afrikanischen Muttersprache sprechen. So verstehen sie viele Dinge, die in ihrem eigenen Land geschehen, nicht und können ihre Erfahrungen und Ratschläge auch nicht weitergeben. Man kennt sein eigenes Land nicht mehr. Diese Entwicklung führt dazu, dass die eigene Muttersprache immer mehr verdrängt wird.

Wie können aber Sprache und Kultur – und damit Tradition und eigene Wertschätzung weitergegeben werden, wenn es dafür keinen Raum gibt, keine Initiative gibt?

Der Kolonialherrscher Hübbe-Schleiden wolle mit Macht seine Kolonial-Ideologien bei den afrikanischen Völkern durchsetzen. Er war der Meinung, die Afrikaner hätten keine Kultur, sie seien nicht zivilisiert. Sie glaubten nicht an die Existenz Gottes und kannten die Bibel nicht. Er wollte die afrikanische Kultur vernichten und der Bevölkerung seine Weltanschauung nahelegen.
Als Sarkozy noch im Amt war, hat er die gleichen Aussagen vor mehr als 2000 Studenten in Senegal wiederholt - und das in der heutigen Zeit!!

Man braucht kein Prophet zu sein um zu verstehen, weshalb heute einige Afrikaner ihre eigene Kultur und Tradition mit den Füßen treten, westliches Leben als Ideal anstreben und das eigene Land verlassen.

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